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Die Wasserkuppe

Die Wasserkuppe, weithin bekannt als der Berg der Flieger und mit 950 Metern der höchste Berg Hessens ist der Anziehungspunkt für Urlauber und Touristen in der Rhön schlechthin.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen kurz die Geschichte der Wasserkuppe und die Verbindung zum Biosphärenreservat Rhön vorstellen.

Auf einen Blick

Freizeitgestaltung rund um die Wasserkuppe

Blick auf die Wasserkuppe
Berg der Flieger

Im Frühling und den warmen Sommermonaten zeigt die Natur auf der Wasserkuppe, was Sie kann. Wenn die ersten Pflanzen den Hals Richtung Sonne recken und die ersten Vögel aus dem Winterurlaub zurückkehren, beginnt für die Naturfreunde und Wanderer auf der Wasserkuppe die Hochsaison. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die verschiedenen Freizeitmöglichkeiten auf und rund um den höchsten Berg Hessens.

Natursport & Wandern

Mitten im Biosphärenreservat Rhön gelegen, das von der UNESCO 1991 anerkannt wurde, bietet die Wasserkuppe gerade für Wanderer ungeahnte Möglichkeiten, die grandiose Landschaft zu erleben. Außer dem „Hochrhöner“- Premium-Wanderweg, der sich 175 km lang von Bad Kissingen über die Wasserkuppe nach Bad Salzungen über die Kuppen der Rhön erstreckt, finden sich noch über 20 weitere zertifizierte Rundwanderwege und unzählige andere Wanderwege in der Region.

Hochmoore

Die bekannten Hochmoore der Rhön bieten jeweils ansprechende Moorlehrpfade und Rundwanderwege zur Erkundung der geschützten Feuchtgebiete. Informative Hinweise zur Geschichte und den seltenen Pflanzen und Tierarten finden sich an den Seiten der Pfade.

Das Rote Moor ist etwa 5,5 Kilometer von der Wasserkuppe entfernt, während sich das Schwarze Moor in circa 10 Kilometer (Luftlinie) Entfernung befindet.

Baden am Guckaisee

Der Guckaisee ist immer einen Ausflug wert. Im Sommer lohnt sich das Wasserspiel bei wärmeren Temperaturen. In der Übergangszeit, nutzen Sie den Standort für Wanderungen in alle Himmelsrichtungen, etwa Richtung Wasserkuppe.

Familie & Kinder

Bei sonnigem Wetter wird die Wasserkuppe für Familien und Kinder zum Erlebnis. Besonderes Highlight und absolut zu empfehlen ist das Beobachten der Motor- und Segelflieger beim Starten und Landen direkt vom Rande des Flugplatzes aus, zentral auf der Wasserkuppe. Aber auch aktive Freizeitangebote stehen zur Verfügung.

Sommerrodelbahn

Familien lockt vor allem die Sommerrodelbahn, die für kleine Kinder, aber auch Erwachsene Spaß verspricht. Hier gilt, wer im Herzen jung geblieben ist, kommt auf seine Kosten. Im Sommerrodelschlitten fahren Sie eine der zwei etwa 700 Meter langen, halboffenen Röhren in ungefähr fünf Minuten in Windeseile, aber immer noch mit kontrollierbarem Tempo bergab Richtung Ausstieg.

Zusätzlich gibt es die Abfahrt im Schienenschlitten, in dem bis zu zwei Personen Platz nehmen können. Diese verspricht auf über einem Kilometer Fahrtstrecke rasanten Spaß.

Kletterwald

Eine weitere Attraktion ist der neue Kletterwald oder Kletterpark in unmittelbarer Lage neben dem im Winter genutzten Skigebiet an der Märchenwiese. Mit schützender Ausrüstung inklusive Sturzhelm und Sicherungsseilen geht es in bis zu acht Metern Höhe hoch hinaus. Eine Auswahl an Kletterrouten bieten Spaß für alle Altersgruppen.


Historie

Bereits 1911 bis 1913 treffen sich hier Frankfurter und Darmstädter Studenten und gleiten mit selbstgebauten Segelflugzeugen über die Hänge. Während Ottomoren später motorisiertes Fliegen ermöglichen, scheint der Segelflug in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Mit dem verlorenen ersten Weltkrieg kommt die Wende. Das durch die Alliierten Siegermächte im Versailler Vertrag verabschiedete Verbot des Motorflugs für die deutsche Bevölkerung verhilft dem Segelflug zur Weiterentwicklung von Material und Technik. 1920 veröffentlicht die erste deutsche Fliegerzeitschrift "Flugsport" Eugen von Loessls Worte, die an dieser Stelle stellvertretend die Errungenschaft der neuen Technik, des Thermikflugs, verdeutlichen sollen: "Wir müssen lernen uns der Luft anzupassen, und da wo aufsteigende Luft auftritt, uns von dieser tragen zu lassen. Aufsteigende Luftströmungen gibt es viel mehr, als angenommen wird." Von Loessl verunglückte noch im gleichen Jahr während der ersten "Rhön", dem ersten Rhön-Segelflug-Wettbewerbs. Der Nutzen der Thermik fand jedoch erst gegen Ende der 1920er Jahre Einzug im Repertoire der Segelflieger. Durch die Pionierleistungen bei der Erforschung und Entwicklung des Segelflugs erlangt die Wasserkuppe Weltruf als „Geburtsstätte des Segelflugs", dem sogar Neil Armstrong, der Mann auf dem Mond, 1970, nur ein Jahr nach der Apollo-Mission, folgt.

Fliegerlager und Umgemeindung der Wasserkuppe

Junge Studenten aus Darmstadt honorieren die wie für den Gleitflug geschaffene Lage der Wasserkuppe und aus dem akademischen Fliegen ensteht schließlich ein Fliegerlager. Dieses wurde unter der Leitung der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, ohne offizielle, amtliche Genehmigung mitten auf der Wasserkuppe errichtet, an den Punkten, wo die Grenzen der Gemeinden Abtsroda, Obernhausen, Reulbach und Schachen zusammenliefen. In Folge dessen herrschte Unstimmigkeit in Beantwortung der Frage, welche Ortspolizei für spätere Einsatzfälle zuständig sei. Sogar ein Verwaltungsgebäude des für die Region Rhön immer wichtiger werdenden Fliegerlagers lag zur einen Hälfte in der Gemarkung der Gemeinde Reulbach, zur anderen Hälfte in Obernhausen.

Nach Aussagen von Zeitzeugen versuchte der Bürgermeister von Obernhausen bereits ab 1935 die Unstimmigkeit über Zugehörigkeit des Fliegerlagers zu den anliegenden Gemeinden zu klären. Obernhausen versah seit einigen Jahren den Verwaltungsbetrieb in Bezug auf Ortspolizei und Gemeindeverwaltung des gesamten Fliegerlagers Wasserkuppe. Das Ziel des Bürgermeisters, das gesamte Lager in die Gemarkung Obernhausen einzugliedern, musste aber bei den betroffenen Vertretern der anliegenden Gemeinden auf Widerwillen stoßen. Obwohl auf den ersten Blick das Fliegerlager als gemeinnütziges Institut von Steuern befreit war, erhoffte man sich vor allem die möglichen Erträge, die sich im weiteren Verlauf der Geschichte, bei den jährlichen Rhöner Segelflugwettbewerben durch Standgebühren und Kartenverkauf ergeben werden. Hinzu kam bspw. auch noch ein kleiner Anteil an Biersteuer, der aus dem Gasthaus Vey auf der Wasserkuppe resultierte.

Der NSDAP nahe, Obernhausener Bürgermeister äußerte sich zudem öffentlich über die Missstände der Rhöner Gemeinden und zielte auf eine Umsetzung des Dr. Hellmuth-Planes, der „aus Notstandsgebieten Wohlstandsgebiete gestalten“ wollte. Für die Rhön nach der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren in Person der stark verschuldeten landwirtschaftlichen Betriebe traf in den Augen der Reichsführung eine solche Definition als Notstandsgebiet zu.

Weiter wollte und musste der auf der Wasserkuppe vertretene Deutsche Luftsport Verband sein Fluggelände erweitern, doch fehlten ihm rückblickend wohl auch die nötigen, finanziellen Mittel, um einen solchen Erwerb zu gewährleisten. Notwendig wurde, dass die zum Flugbetrieb benötigten Flächen von den Gemeinden Abtsroda und Reulbach nach Obernhausen umgemeindet werden. Zudem wurden anliegende Weiden und Grundstücke bei Flugwettbewerben durch hunderte Zuschauer immer häufiger beschädigt und so beschlossen die verantwortlichen Parteien, dass der eigentliche Flugplatz Eigentum des DLV wurde sowie anschließend anliegende Grundstücke des Landkreises Fuldas, der Familie von Waldthausen und einigen weiteren Abtsrodaer Landwirten im öffentlichen Interesse in den Besitz des DLV übergingen.
Eine Abfindung aller umgelegten Flächen fand statt, so erhielten die Abtsrodaer Landsleute weiter vom Fluggelände entfernte Grundstücke zugewiesen, sodass eine ungestörte Bewirtschaftung möglich war. Auch Familie von Waldthausen und der Landkreis bekamen neue Grundstücke zugewiesen.

1937 war es dann endgültig soweit. Das anerkannte Segelfluggelände Wasserkuppe wurde während eines Umlegungsverfahren eingetragen und damit eine Umgemeindung des heutigen Berg der Flieger nach Obernhausen, das wiederum seit 1972 bekanntlich als Ortsteil zur Stadt Gersfeld gehört, möglich.

Nachkriegszeit bis heute

Bereits während des „Dritten Reichs“ nutzen die Nationalsozialisten die fliegerischen Einrichtungen der Wasserkuppe zum Aufbau ihrer Luftwaffe.

Erst 1949 setzt nach Jahren des Flugverbots wieder Flugaktivität auf der Wasserkuppe ein. 1950 öffnet die Segelfliegerschule erneut und das Segelfliegermuseum wird der Öffentlichkeit übergeben.

 

Das 1927 gegründete Segelflugzeugwerk Alexander Schleicher in Poppenhausen kann, als ab 1951 wieder Flugzeuge gebaut werden dürfen, zum Flugzeugbau zurückkehren, nachdem es seit 1945 nur Möbel und Einrichtungsgegenstände produziert hat. Heute werden jährlich von den über 100 Beschäftigten 90 bis 100 Flugzeuge gebaut, von denen etwa zwei Drittel in alle Welt exportiert werden. Auch das Segelflugzeugwerk Schleicher hat die Wasserkuppe in der ganzen Welt berühmt und bekannt gemacht.
 
Nach dem zweiten Weltkrieg richten zunächst englische Truppen auf dem Plateau der Wasserkuppe ein militärisches Sperrgebiet ein und überwachen von dort den Luftraum der ehemaligen Ostblockstaaten bis nach Moskau, später übernehmen die Amerikaner diese Aufgabe. 1979 übernimmt die deutsche Bundesluftwaffe das Gelände und die Verantwortung für die Verwaltung der Anlagen. 1993 wird die letzte und einzig verbliebene der ehemals fünf Radarkuppel saniert und neu errichtet.
Mit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wird die die Nutzung der Wasserkuppe als strategischer Kontrollpunkt zwischen Ost und West hinfällig und daraufhin 1998 aufgegeben. Seit 2006 gehört das ehemals militärische Areal zur Stadt Gersfeld.

 

Durch die touristische Erschließung der Wasserkuppe in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen mehrere Hotels, Souvenirläden, Gaststätten, Skilifte, ein Zeltplatz, die Jugendbildungsstätte, das Segelflugmuseum und die Sommerrodelbahn.

Radom

Inzwischen ist die letzte verbliebene Radarkuppel Kulturdenkmal und Wahrzeichen der Wasserkuppe. Das Radom zeigt eine anschauliche Dokumentation über die flugsportliche und militärische Geschichte der Wasserkuppe und dient als Austragungsort kultureller Veranstaltungen sowie begehbares Ausflugsziel. Die Aussichtsplattform bietet zudem eine überwältigende Aussicht in das "Land der offenen Fernen". Seit Anfang 2013 dient das Radom als Außenstelle des Gersfelder Standesamt und ist somit das höchste Standesamt Hessens.

Fliegen auf der Wasserkuppe

Heute gibt es hier sowohl eine Flugschule für den klassischen Segelflug (übrigens die älteste der Welt) sowie eine Flugschule für Drachen- und Gleitschirmflug. Die Flugschulen befinden sich oben auf der Wasserkuppe in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz und zum Informationszentrum Rhön.

Auch der Modellflug hat auf der Wasserkuppe eine lange Tradition, schon 1930 gesellten sich die Modellflieger zu den Segelfliegern. Heute stehen ihnen auf der Wasserkuppe fünf Startstellen für alle Windrichtungen zur Verfügung.

Deutsches Segelflugmuseum

Segelflieger im Deutschen Segelflugmuseum
Segelflugmuseum

Die Wasserkuppe besitzt ein einzigartiges Segelflugmuseum, das die technische Entwicklung des Segelflugs von den ersten primitiven Gleitern, den in Holz konstruierten Flugzeugen bis hin zu den modernen Hochleistungs-Kunststoffmaschinen ebenso wie die die des Modellflugs dokumentiert und präsentiert.

Winter

Im Winter herrscht auf der Wasserkuppe Hochsaison für Skifahrer. Egal ob Langlauf, Abfahrt, Snowboard oder der neue Trend Snowkite, auf der Wasserkuppe sind all diese Wintersportarten bestens möglich, teilweise sogar bei Flutlicht,  und der höchste Berg Hessens ist zudem im Winter erstaunlich schneesicher.

Snowkite auf Wasserkuppe
Snowkiting auf der Wasserkuppe

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